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08.07.2013 11:03 Alter: 4 yrs

Busfahrer wurde zum Schutzengel

kurz zuvor hat ihm jemand eine Wunderbare Medaille geschenkt


Bericht in der Kleinen Zeitung vom 28.04.2013:

 

Busfahrer wurde zum Schutzengel

 

Lenkerin erlitt am Steuer epileptischen Anfall, ihr Auto rollte in den Gegenverkehr. Walter Lackner (54) rannte hinterher und stoppte Geisterauto.

 

Kurz nach Dienstbeginn gestern früh drückte eine Ordensfrau Busfahrer Walter Lackner (54) von den Graz-Linien eine kleine Marienplakette in die Hand. "Heute brauchen Sie viel Energie und Aufmerksamkeit", gab ihm die Passagierin mit auf den Weg. Tatsächlich wurde der 54-Jährige wenige Stunden später für eine Autofahrerin und ihren Sohn zum Schutzengel.

 

Kurz nach Mittag chauffierte Lackner den Bus der Linie 33 stadtauswärts, als an der Gürtelturmkreuzung vor ihm drei Autos nur ganz langsam losrollten. "Zwei Autos sind gleich hupend links und rechts ausgeschert", erinnert er sich. Den Grund für die "Verkehrsbehinderung" erkannte er wenig später: Die Lenkerin eines schwarzen Kombi hatte offensichtlich Probleme, der Wagen brach nach links aus, fuhr über die Sperrlinie in den mehrspurigen Gegenverkehrsbereich der Kärntnerctraße. Und am Beifahrersitz saß ein kleiner Bub, der verzweifelt an die Fensterscheibe hämmerte und um Hilfe schrie.

"Als ich das sah, habe ich den Bus sofort angehalten. Ich sagte zu den Fahrgästen: ,Das ist ein Notfall, bitte rufen Sie die Rettung!', dann bin ich hinaus und dem Auto nachgelaufen", schildert Lackner. Während andere Autolenker stur weiterfuhren, rannte der 54-Jährige quer über die Kärntnerstraße. "Ich habe, ehrlich gesagt, nicht mehr damit gerechnet, dass sich das noch ausgeht" Nach rund 50 Metern erreichte der Buschauffeur den Wagen, riss die Seitentür auf, zog die Handbremse, betätigte die Warnblinkanlage und stellte den Motor ab. Dann hob er die Lenkerin ins Freie. "Sie muss einen epileptischen Anfall erlitten haben. Anscheinend ist zuvor im Auto die Ladung verrutscht und ihr auf den Kopf gefallen", so Lackner.

Bis zum Eintreffen des Roten Kreuzes und der Polizei halfen Fahrgäste im Bus mit, den Verkehr am Auto vorbeizulotsen. Ein Notarzt und Sanitäter versorgten die 45-jährige Patientin. Die Frau - sie ist selbst Ärztin - erholte sich recht schnell von ihrem Krampfanfall. Ihr Mann holte sie und den zehnjährigen Sohn ab. Und "Schutzengel" Walter Lackner? Der stieg wieder in den 33er und fuhr seine Schicht zu Ende.